Für KI-Projekte in Niedersachsen führen 2026 vor allem vier Wege zum Geld: die BAFA-Beratungsförderung (50 % Zuschuss, max. 1.750 €), die Niedrigschwellige Innovationsförderung der NBank (bis 100.000 € Zuschuss), die kostenlosen Angebote des Mittelstand-Digital Zentrums Hannover und der KfW-Förderkredit Digitalisierung. Der beliebte Digitalbonus Niedersachsen und das Bundesprogramm go-digital sind dagegen ausgelaufen — auch wenn viele Ratgeber im Netz sie noch als aktuell verkaufen.
Genau deshalb dieser Artikel: Ich habe die Original-Quellen bei NBank, BAFA und KfW geprüft (Stand: August 2026) und zeige dir, welche Töpfe für kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen wirklich offen sind, für wen sie passen und worauf du beim Antrag achten musst.
Zuletzt aktualisiert: 2026-08-12
Erst die schlechte Nachricht: Diese Programme sind ausgelaufen
Wer nach „KI Förderung Niedersachsen” sucht, landet schnell bei Programmen, die es nicht mehr gibt:
- Digitalbonus.Niedersachsen: Der Klassiker für Digitalisierungs-Zuschüsse steht bei der NBank inzwischen ausdrücklich unter „Ausgelaufene Förderungen”. Neue Anträge sind nicht möglich; ein Nachfolgeprogramm war bei Redaktionsschluss nicht angekündigt.
- go-digital: Das Bundesprogramm für Digitalisierungsberatung ist seit dem 1. Januar 2025 beendet.
Warum das wichtig ist: Beide Programme geistern noch durch unzählige Blogartikel und Agentur-Seiten. Wer seine KI-Planung auf einen toten Fördertopf baut, verliert Wochen. Prüfe den Status eines Programms deshalb immer direkt bei der Bewilligungsstelle — oder frag jemanden, der das täglich macht.
Weg 1: BAFA-Beratungsförderung — der einfachste Einstieg
Die Förderung von Unternehmensberatungen für KMU des BAFA ist der unkomplizierteste Zuschuss, wenn du erst einmal wissen willst, wo KI in deinem Betrieb überhaupt Wert schafft:
- Wer: KMU mit Sitz in Deutschland — unter 250 Mitarbeitenden und maximal 50 Mio. € Jahresumsatz.
- Was: Beratungsleistungen, unter anderem zu Digitalisierung und Datenschutz. Gefördert wird die Beratung selbst — nicht die Software und nicht die Umsetzung.
- Wie viel: In den alten Bundesländern — dazu zählt Niedersachsen — 50 % der Beratungskosten, maximal 1.750 € pro Beratung. Bis zu zwei Beratungen pro Jahr, fünf insgesamt.
- Achtung: Der Antrag muss vor Beginn der Beratung gestellt werden, und die aktuelle Richtlinie läuft bis zum 31.12.2026.
Wie der Antrag Schritt für Schritt funktioniert und wie sich der Zuschuss konkret rechnet, habe ich im Beitrag zur BAFA-Förderung für KI-Beratung ausführlich aufgeschrieben.
Weg 2: NBank-Innovationsförderung — Zuschuss für die Umsetzung
Wenn es nicht um Beratung, sondern um ein echtes KI-Vorhaben geht, ist die NBank die erste Adresse in Niedersachsen:
- Niedrigschwellige Innovationsförderung (nIFP): Richtet sich an KMU und Handwerksbetriebe mit Sitz oder Betriebsstätte in Niedersachsen. Gefördert werden Innovationsprojekte — ausdrücklich auch im Bereich Digitalisierung und KI — mit 35 bis 45 % Zuschuss, bis zu 100.000 €. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Vorhaben zu einem der niedersächsischen Stärkefelder (RIS3-Strategie) passt; Digitalisierung gehört dazu.
- Innovationsförderprogramm (IFP): Für größere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Zuschüssen bis zu 500.000 €. Das ist die Liga für Betriebe, die eigene KI-Lösungen entwickeln — nicht für den Einstieg.
Wichtig bei beiden: Es sind Projektförderungen mit richtigem Antragsverfahren — Vorhabensbeschreibung, Kostenplan, Bewilligung vor Projektstart. Das ist mehr Aufwand als beim BAFA-Zuschuss, dafür geht es um deutlich mehr Geld.
Weg 3: Kostenlos statt gefördert — Mittelstand-Digital Zentrum Hannover
Nicht jede Unterstützung ist ein Zuschuss. Das Mittelstand-Digital Zentrum Hannover bietet KMU kostenlose Erstberatungen, Workshops und Praxisbeispiele rund um Digitalisierung und KI — finanziert vom Bund, ohne dass du einen Antrag stellen musst. Der Umfang der Angebote kann sich mit den Förderphasen des Zentrums ändern; ein Blick auf die aktuelle Veranstaltungsliste lohnt sich also vor der Kontaktaufnahme.
Für einen ersten Überblick, was KI im eigenen Betrieb überhaupt leisten kann, ist das ein guter, risikofreier Startpunkt — die Umsetzung deckt es naturgemäß nicht ab.
Weg 4: KfW-Förderkredit Digitalisierung — wenn es größer wird
Für umfangreichere Investitionen gibt es den ERP-Förderkredit Digitalisierung (511/512) der KfW: ein zinsgünstiger Kredit (kein Zuschuss), der Digitalisierungs- und KI-Vorhaben inklusive Software und begleitender Schulungen finanziert. Beantragt wird er über deine Hausbank. Für den typischen KMU-Einstieg — etwa einen KI-Telefonassistenten oder eine Prozess-Automatisierung — ist ein Kredit selten nötig; interessant wird er, wenn KI Teil einer größeren Modernisierung ist.
Welcher Weg passt zu welchem Betrieb?
- Du willst erst einmal wissen, wo KI sich bei dir lohnt: BAFA-Beratungsförderung (50 % Zuschuss) oder kostenloses Angebot des Digitalzentrums.
- Du hast ein konkretes KI-Projekt vor: Niedrigschwellige Innovationsförderung der NBank prüfen — bis 100.000 € Zuschuss sind der stärkste Hebel im Land.
- Du entwickelst selbst KI-Lösungen: IFP der NBank.
- KI ist Teil einer größeren Investition: KfW-Kredit über die Hausbank dazunehmen.
Und ganz wichtig: Viele KI-Einstiege sind auch ohne Förderung wirtschaftlich. Was typische Projekte kosten, habe ich im Artikel Was kostet eine KI-Agentur? aufgeschlüsselt — ein Telefonassistent oder eine Automatisierung rechnet sich oft schon nach wenigen Monaten, Förderung hin oder her.
Drei Praxis-Tipps aus Förderprojekten
- Erst Antrag, dann Auftrag. Fast alle Zuschüsse verlangen, dass der Antrag vor Projekt- oder Beratungsbeginn gestellt wird. Wer erst beauftragt und dann fördern lassen will, geht leer aus.
- Status immer an der Quelle prüfen. Förderlandschaften ändern sich mehrmals im Jahr. Verbindlich ist nur, was NBank, BAFA oder KfW selbst aktuell veröffentlichen.
- Fördertauglich denken, aber nicht förderabhängig planen. Wenn ein Vorhaben nur mit Zuschuss sinnvoll ist, ist es meist das falsche Vorhaben. Förderung soll beschleunigen, nicht rechtfertigen.
Wenn du in der Region Hannover sitzt und wissen willst, welcher Weg für deinen Betrieb passt: Als KI-Agentur für Hannover und die Wedemark schaue ich mir deine Abläufe an, sage dir ehrlich, ob und welche Förderung sich lohnt — und setze die Lösung anschließend auch um. Was eine KI-Agentur dabei genau macht, erklärt der Beitrag Was macht eine KI-Agentur?
Häufige Fragen: KI-Förderung in Niedersachsen
Gibt es den Digitalbonus Niedersachsen noch?
Nein. Der Digitalbonus.Niedersachsen ist ausgelaufen und wird bei der NBank unter den beendeten Förderungen geführt. Ein Nachfolgeprogramm war bei Redaktionsschluss (August 2026) nicht angekündigt.
Welche KI-Förderung können KMU in Niedersachsen 2026 beantragen?
Aktuell offen sind die BAFA-Beratungsförderung (50 %, max. 1.750 € pro Beratung), die Niedrigschwellige Innovationsförderung der NBank (35–45 %, bis 100.000 €), das Innovationsförderprogramm IFP für F&E-Vorhaben sowie der KfW-Förderkredit Digitalisierung.
Wird auch die Umsetzung gefördert oder nur die Beratung?
Beides — aber aus verschiedenen Töpfen. Das BAFA fördert ausschließlich Beratungsleistungen. Die NBank-Innovationsförderung bezuschusst dagegen echte Projekte, und der KfW-Kredit finanziert Investitionen inklusive Software.
Wie lange dauert ein Förderantrag?
Der BAFA-Antrag ist überschaubar und online gestellt. NBank-Projektförderungen brauchen eine Vorhabensbeschreibung mit Kostenplan — hier solltest du mehrere Wochen bis zur Bewilligung einplanen und darfst erst danach starten.
Lohnt sich ein KI-Projekt auch ohne Förderung?
Häufig ja. Typische Einstiege wie ein KI-Telefonassistent oder eine Prozess-Automatisierung liegen im unteren vier- bis fünfstelligen Bereich und sparen laufend Arbeitszeit — die Wirtschaftlichkeit hängt vom Prozess ab, nicht vom Zuschuss.
Quellen: NBank — Aktuelle Förderprogramme, BAFA — Förderung von Unternehmensberatungen für KMU, KfW — ERP-Förderkredit Digitalisierung, Mittelstand-Digital Zentrum Hannover. Stand: August 2026.